Gute Chancen für Gewerbepark Hochrhein

 
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17.06.2005      
Wirtschaftszentrum für Region - Fachleute geben Gewerbepark Hochrhein gute Chancen


Einst fanden auf dem Lonza-Gelände 1000 Menschen Brot und Arbeit. Nach einem Jahrzehnt trister Ruinen-Existenz ist nun die Gewerbepark-Hochrhein-GmbH wieder ein Wirtschaftsfaktor für die Region. 70 Unternehmen erhielten bisher schon Aufträge von der Gesellschaft. Spitzenfunktionäre von Handwerk und Industrie gaben der Gewerbefläche gestern gute Chancen, empfahlen freilich auch einen langen Atem.
Waldshut-Tiengen - Das "gewaltige Projekt für unsere Region" auf 260000 Quadratmetern lobte im Verwaltungsgebäude der Gewerbepark-Gesellschaft der Präsident der Industrie- und Handelskammer, Kurt Grieshaber. Handwerkskammer-Präsident Bernhard Hoch kann sich an dieser Stelle einen Investitionsschub von insgesamt 300 Millionen Euro vorstellen, und Oberbürgermeister Albers hofft auf eine "gute Mischung" von Betrieben aus der Stadt selbst und auswärtigen auf dem Gelände zwischen Fährhaus und Kaitle.

IHK-Präsident Grieshaber dankte dem Lonza-Manager und Gewerbepark-Geschäftsführer Walter Eschenmoser dafür, dass die Lonza "nicht einfach abreißt und davon läuft", sondern die Fläche neu entwickelt. Er sieht hier künftig keinen großen Investor aus der Produktion, sondern vielmehr kleine Firmen, die vernetzt arbeiten. Der Kammerpräsident sprach sogar von der Möglichkeit eines "Silicon Valleys". Direkt am Grenzübergang sei dies auch ein Platz für Schweizer Unternehmen, die einen Fuß in den EU-Raum setzen wollen.

Bernhard Hoch hält auf dem Gelände ein "Netzwerk von Handwerkern" für möglich, ein Handwerker-Zentrum, das dem Kunden "alles aus einer Hand" anbieten kann. Der Handwerks-Präsident sieht durchaus Bedarf an Neubaufläche von Betrieben, die derzeit in den Städten mit Umweltauflagen zu kämpfen haben.

IHK-Vizepräsident Edwin Bürsner, Chef der Sparkasse Hochrhein, versicherte, die Regionalbank werde "offensiv an das Projekt herangehen". Auf sein Anliegen, die Verkehrswege der Region zu verbessern, antwortete OB Martin Albers mit verhaltenem Optimismus: Beide Länder seien sich jetzt einig, dass in Waldshut eine neue Rheinbrücke gebaut werden müsse. Für die Autobahntrasse stehe bis 2006 eine Entscheidung an, und der Ausbau der Bundesstraße zwischen Waldshut und Tiengen sei beim Regierungspräsidium jetzt in einer "akuten Phase".

Laut dem Hauptmacher des Gewerbeparks, Walter Eschenmoser, läuft alles "wie vorgesehen". Der ersten Phase des Rückbaus folge bis zum Jahreswechsel die zweite, wonach bis auf Gebäude am Rand die Fläche für neue Investoren zur Verfügung steht. Der Grundstückspreis, so Eschenmoser, sei bei bisherigen Interessenten kein entscheidendes Problem gewesen.

Einig waren sich die Wirtschaftsvertreter, dass die Entwicklung des Parks mit 26 Hektar Fläche einen langen Atem erfordert. IHK-Geschäftsführer Immo Leisinger empfahl nach den Erfahrungen beim Gewerbepark in Gottmadingen, Ansiedlungswilligen auch Mietobjekte auf dem Areal zur Verfügung zu stellen.